Pansinusitis: Wie wird sie behandelt? | kanyo® (2024)

Aktualisiert am26. März 2022

8Minuten Lesezeit

TheresiaBlattmann,Medizin-Redakteurin

kanyo®Gesundheitsnetzwerk

Eine Nasennebenhöhlenentzündung kann akut oder chronisch verlaufen. Sind alle Nasennebenhöhlen gleichzeitig von der Entzündung betroffen, spricht man von einer Pansinusitis.

Überblick

  • Die Nasennebenhöhlen
  • Symptome
  • Akute und chronische Pansinusitis
  • Risikofaktoren
  • Diagnose
  • Behandeln
Pansinusitis: Wie wird sie behandelt? | kanyo® (1)

Die Nasennebenhöhlen

Die Nasennebenhöhlen liegen im Gesichtsschädel und bestehen aus je zwei Stirnhöhlen, zwei Kieferhöhlen sowie zwei Keilbeinhöhlen. Zu den Nasennebenhöhlen zählen außerdem die Siebbeinzellen zwischen den Augenhöhlen. Alle Nasennebenhöhlen sind durch enge Öffnungen mit der Nasenhaupthöhle verbunden. Deshalb ist es bereits durch einen einfachen Schnupfen möglich, dass sich die Erreger über diese Öffnungen in die Nasennebenhöhlen ausbreiten und dort eine Entzündung (Sinusitis) hervorrufen.

Interessant

Die Nasennebenhöhlen bereiten die eingeatmete Luft optimal für die unteren Atemwege vor, indem sie diese erwärmen, reinigen und befeuchten.

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Was sind die Symptome einer Pansinusitis?

Eine Pansinusitis bringt eine Reihe an Symptomen mit sich. Typische Beschwerden sind unter anderem:

  • starker Schnupfen
  • Gefühl einer verstopften und laufenden Nase
  • Druck- und Stauungsgefühl im Gesicht, das sich beim Vorbeugen verstärkt
  • der Schmerz wird intensiver, wenn Sie das Gesicht mit den Fingern im Bereich der Nebenhöhlen abklopfen
  • Kopfschmerzen (durch die Entzündung der Stirnhöhlen)
  • Zahnschmerzen im Bereich des Oberkiefers (durch die Entzündung der Kieferhöhlen)
  • eingeschränkter Geruchssinn

Gegebenenfalls leiden Betroffene zudem unter Abgeschlagenheit, einem allgemeinem Krankheitsgefühl und Fieber.

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Akute und chronische Pansinusitis

Eine Pansinusitis kann sowohl akut auftreten als auch chronisch verlaufen. Während sich die akute Pansinusitis rasch entwickelt, heftige Beschwerden verursacht und danach wieder abklingt, entsteht die chronische Form langsam und verursacht anhaltende, aber in der Regel mildere Symptome. Als Faustregel gilt: Besteht die Nasennebenhöhlenentzündung länger als drei Monate oder tritt öfter als viermal im Jahr auf, ist sie chronisch.

Bei einer chronischen Pansinusitis bemerken die Betroffenen manchmal sogar überhaupt keine Schmerzen, sondern leiden nur dauerhaft über mehrere Wochen unter Schnupfen und einer immerzu verstopften Nase. Um die Symptome abzuklären, ist auf jeden Fall ein Arztbesuch ratsam. Hier kann auch untersucht werden, ob eventuell eine allergische Rhinitis (allergischer Schnupfen) als Auslöser eine Rolle spielt.

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Was sind die Auslöser & Ursachen einer Pansinusitis?

Eine Nasennebenhöhlenentzündung kann durch verschiedene Grunderkrankungen ausgelöst werden. Für die richtige Behandlung ist es wichtig, zunächst die Ursache festzustellen.

Infektiöser Schnupfen

Eine akute Pansinusitis wird in der Regel durch einen Schnupfen ausgelöst. Ein Schnupfen entsteht wiederum meist durch Viren, die durch Tröpfchen- und Schmierinfektion leicht übertragen werden können.
Durch vermehrte Schleimbildung versuchen die Schleimhäute der Nase die Krankheitserreger auszuspülen. Dabei schwellen die Schleimhäute an, was dazu führen kann, dass Sekret nicht mehr richtig abfließt. Es kommt zum Sekretstau, der sich rasch durch die Verbindungsgänge in den Nasennebenhöhlen ausbreitet und zu einer Nasennebenhöhlenentzündung führt.

Allergien

Auch ein allergischer Schnupfen kann zu einem Anschwellen der Nasenschleimhäute führen und so eine Nasennebenhöhlenentzündung auslösen. Besonders häufig bestehen Allergien gegen Birken-, Erlen-, Hasel- und Gräserpollen.

Seltenere Auslöser

Von einer dentogenen Sinusitis spricht man, wenn die Sinusitis durch eine Entzündung an der Zahnwurzel entsteht, die sich auf die Kieferhöhle ausbreitet. Von dort kann sich ebenfalls über den andauernden Entzündungsherd eine Pansinusitis entwickeln.
Andere seltene Ursachen für eine Nasennebenhöhlenentzündung sind starke Druckschwankungen, wie sie zum Beispiel beim Tauchen oder bei Flügen entstehen können. In diesem Fall spricht man von einer Barosinusitis.

Gut zu wissen

Einen besseren Nährboden als das feuchtwarme Milieu in den Nasennebenhöhlen finden Krankheitserreger selten. So entsteht hier häufig auf dem Boden einer ursprünglich viralen Infektion eine zusätzliche bakterielle Übersiedlung, die zu einer eitrigen Entzündung führt.

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Risikofaktoren für eine Pansinusitis

Einige Menschen sind besonders gefährdet, an einer Nasennebenhöhlenentzündung zu erkranken. Dazu zählen unter anderem Personen mit geschwächtem Immunsystem, beispielsweise chronisch Kranke. Aber auch anatomische Besonderheiten, wie eine verkrümmte Nasenscheidewand, Nasenpolypen oder verengte Nasennebenhöhleneingänge, begünstigen einen Sekretstau und somit die Entstehung von Entzündungen.

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So erfolgt die Diagnose

Die typischen Symptome — wie die Klopfschmerzen über allen betroffenen Nasennebenhöhlen — führen rasch zur Verdachtsdiagnose einer Pansinusitis. Der Hals-Nasen-Ohren Arzt kann außerdem mit einer Nasenspiegelung (Rhinoskopie) die gerötete und geschwollene Nasenschleimhaut beurteilen. Gleichzeitig stellt er mit dieser Methode fest, ob eitriges Nasensekret aus der Kieferhöhle, der Keilbeinhöhe oder den Siebbeinzellen abläuft.

Ergänzend können Röntgenaufnahmen oder Ultraschallbilder den Sekretstau in den Nasennebenhöhlen darstellen. Diese Methoden werden häufig dann angewendet, wenn eine Entzündung nicht abklingen will und die Ursache ermittelt werden soll.

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Wie wird die Pansinusitis behandelt?

In der Regel ist eine Pansinusitis aufgrund der drückenden Schmerzen eine unangenehme Erkrankung, die jedoch in den meisten Fällen folgenlos abheilt. Bei anhaltenden Beschwerden muss jedoch der Gang zum Arzt erfolgen.

Behandlung der akuten Pansinusitis

Eine akute Pansinusitis wird ebenso wie eine einfache Sinusitis mit abschwellenden Nasentropfen oder -sprays und sekretfördernden sowie entzündungshemmenden Medikamenten behandelt. Mittlerweile sind in Apotheken auch sogenannte Kombinationspräparate erhältlich, die mehrere Eigenschaften gleichzeitig aufweisen — beispielsweise eine abschwellende sowie schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung. Lassen Sie sich bei der Auswahl von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.

Die akute Pansinusitis klingt in der Regel innerhalb weniger Tage ab. Besteht der Verdacht auf eine zusätzliche bakterielle Komponente, wird der Arzt Antibiotika verordnen. Vorher werden meist Abstriche aus dem Sekret angefertigt, um einen Keimnachweis zu erlangen. Durch diesen kann die antibiotische Therapie an das Keimspektrum angepasst werden.

Behandlung der chronischen Pansinusitis

Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung wird häufig mit lokal wirksamen Kortisonpräparaten behandelt, um die anhaltende Entzündung abklingen zu lassen. Ebenso können Nasenspülungen mit isotonischer Salzlösung zum Einsatz kommen, die auch über mehrere Wochen angewendet werden dürfen.

Ist eine Allergie Auslöser der chronischen Pansinusitis, gilt es vor allem, das auslösende Allergen so gut wie möglich zu meiden. Gegebenenfalls kann eine Desensibilisierung sinnvoll sein. Die Desensibilisierung ist eine Methode, bei welcher der Körper langsam an das auslösende Allergen gewöhnt wird. Die Therapie ist allerdings nur bei bestimmten Allergien erfolgversprechend. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Facharzt beraten.

Eine Operation wird in der Regel erst dann durchgeführt, wenn alle medikamentösen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind und erfolglos waren. Ein Sonderfall liegt vor, wenn anatomische Gegebenheiten wie Nasenpolypen den Sekretabfluss dauerhaft behindern. Notfalloperationen sind selten und müssen nur erfolgen, wenn die Entzündung ernsthafte Komplikationen — wie etwa eine Ausbreitung der Entzündung auf die Augenhöhle — auftreten.

Pansinusitis: Wie wird sie behandelt? | kanyo® (2024)

FAQs

What is the best medicine for pansinusitis? ›

Treatment
  • Nasal corticosteroids. These nasal sprays help prevent and treat swelling. ...
  • Saline nasal rinses. ...
  • Corticosteroids shots or pills. ...
  • Allergy medicines. ...
  • Aspirin desensitization treatment. ...
  • Medicine to treat nasal polyps and chronic sinusitis.
Sep 19, 2023

How long does it take to recover from pansinusitis? ›

Pansinusitis can be acute or chronic. Acute pansinusitis usually gets better within about 10 days. Chronic pansinusitis means you have the infection for at least 12 weeks even though you're being treated for the condition.

What is the cause of pansinusitis? ›

Pansinusitis: When Your Whole Head Feels Inflamed

A sinus infection happens when the air spaces become inflamed, blocking drainage. As the fluid builds inside your sinuses it causes pain and pressure. It also allows germs like viruses and bacteria to grow and multiply.

Can pansinusitis cause dizziness? ›

When your sinuses are inflamed, they can put pressure on your inner ear, leading to dizziness. Another way that sinus infections can cause dizziness is by affecting your vision. When your sinuses are congested, it can put pressure on your eyes, causing them to feel heavy and tired.

What is the best thing to take for sinus inflammation? ›

Treatment
  • Saline nasal spray. Salt water sprayed into the nose many times a day rinses the inside of the nose.
  • Nasal corticosteroids. These nasal sprays help prevent and treat swelling. ...
  • Decongestants. These medicines are available with and without a prescription. ...
  • Allergy medicines. ...
  • Pain relievers.
Aug 29, 2023

What is the best sinus medicine to take daily? ›

Second-generation (newer) antihistamines, such as Claritin (loratadine), Zyrtec (cetirizine), and Allegra Allergy (fexofenadine), are considered just as adequate as the first-generation but are considered non-drowsy. They provide long-lasting relief, usually once-daily dosing, without causing excessive sleepiness.

What is the difference between sinusitis and pansinusitis? ›

If the congestion continues beyond a few days, the sinuses may respond with swelling and inflammation, resulting in sinusitis. If it becomes very severe and affects all the sinuses, pansinusitis may occur.

How much does Pansinusitis surgery cost? ›

The cost of sinusitis surgery in India may range between Rs. 45,000 to Rs. 70,000.

How long does it take for sinus inflammation to go down? ›

If you have acute sinusitis, your symptoms likely will go away within a week to 10 days, but some people have symptoms that last up to four weeks. Chronic sinusitis symptoms last 12 weeks or more. Acute sinusitis (sinus infection) can clog your nose with mucus, make your face hurt and make you feel exhausted.

What is the surgery for chronic pansinusitis? ›

Endoscopic sinus surgery is a procedure to remove blockages and treat other problems in the sinuses using an endoscope — a thin, rigid tube with a camera and a light. This type of surgery does not include cutting the skin because it is performed entirely through the nostrils.

What is strongest antibiotic for sinus infection? ›

Best Antibiotics for Sinusitis

Amoxicillin (Amoxil) or amoxicillin clavulanate (Augmentin) are typically the first recommendations for people not allergic to penicillin. Amoxicillin is a penicillin-like antibiotic used to treat all kinds of infections, including chest, ear, and sinus infections.

Is pansinusitis contagious? ›

Are bacterial sinus infections contagious? No. Since they form inside the nose and not through an outside infection, bacterial sinus infections are not contagious. The underlying disease that caused a sinus infection—like a cold or flu—can be contagious, though.

How to tell if sinus infection has spread to the brain? ›

How can you tell if a bacterial sinus infection has spread to the brain? If a sinus infection has spread to the brain, it may cause severe symptoms. These symptoms include a severe headache, a stiff neck, vision changes, a persistent fever, altered mental status, confusion, and lethargy.

What does sinus fatigue feel like? ›

Sinus infections can lead to excess mucus production, which can accumulate in the nasal passages and throat. This can create a feeling of heaviness and congestion, contributing to a general sense of tiredness.

Does sinusitis affect your eyes? ›

Beyond a runny nose, sore throat, and clogged nasal passages, this excess mucus can sometimes cause eye irritation, leading to watery or discharging eyes. Eyelid Swelling: Sinusitis can cause swelling of the tissues around the eyes, including the eyelids. This can make your eyes appear puffy or swollen.

What is the number 1 medicine for sinus infection? ›

What are the best antibiotics for a sinus infection? If your primary care provider thinks antibiotics are needed for your sinus infection, they are likely to start with amoxicillin for up to 10 days. It's the best choice for most people because it is effective and tends to be more affordable.

What is the best medicine to dry up sinus drainage? ›

Antihistamines and decongestants can often help with postnasal drip caused by sinusitis and viral infections. They also can be effective, along with steroid nasal sprays, for postnasal drip caused by allergies.

What is the drug of choice for sinusitis? ›

The most commonly used second-line therapies include amoxicillin-clavulanate, second- or third-generation cephalosporins (eg, cefuroxime, cefpodoxime, cefdinir), macrolides (ie, clarithromycin), fluoroquinolones (eg, ciprofloxacin, levofloxacin, moxifloxacin), and clindamycin.

What is the new medication for chronic sinusitis? ›

About XHANCE

XHANCE is approved by the U.S. Food and Drug Administration for the treatment of chronic rhinosinusitis (with and without nasal polyps) in patients 18 years of age or older.

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Author: Msgr. Benton Quitzon

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Name: Msgr. Benton Quitzon

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Job: Senior Designer

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